Die WördArtisten

Bücher

Wir treffen uns alle 3 Wochen
- zum Gedankenaustausch über das Schreiben
- zum Austausch über den Verlags- und Literaturbetrieb
- zum gemeinsamen Schreiben
- um Lesungen zu organisieren
- um an Wettbewerben teilzunehmen
- um neue Projekte zu besprechen
- um uns über gemeinsame Erfolge zu freuen

und natürlich

- um Kuchen zu essen und Unmengen von Tee zu trinken....


Wir mit unserem jüngsten Schreibgast

Unser jüngstes Mitglied Julia
 








Hier eine kleine Kostprobe. Die Geschichte ist in Gemeinschaftsarbeit entstanden. Jeder "WördArtist" schrieb ein paar Sätze, die dann reihum weitergegeben wurden. Hier das Ergebnis:



Barbara und die Bamberger Buche








Vor langer Zeit lebten unweit von Bamberg ein frommer Mann mit dem Namen Egbert. Er hatte eine junge Frau, sie hieß Barbara. Egbert arbeitete fleißig auf seinem Feld, während Barbara Haus und Hof versorgte. Wenn Egbert vom Feld nach Hause kam, war gewöhnlich das Essen schon fertig, ein lustiges Feuer brannte in Herd und Barbara begrüßte ihn mit einem strahlenden Lächeln.

Eines Tages war es anders, kein Rauch kam aus dem Schornstein. Alles war still und dunkel auf dem Hof. Erschrocken rannte Egbert in die Stube und fand Barbara fiebernd im Bett vor. Kalkweiß waren ihre sonst rosigen Wangen. Reglos lag sie da. Schnell feuerte Egbert den Herd an und setzte Wasser auf, um Barbara heiße Wickel zu verabreichen. Aber nichts besserte ihren Zustand. Das Fieber nahm sogar zu. Es wurde dunkel und Barbara sprach im Fieberwahn. Die Worte waren nicht sehr deutlich, aber Egbert glaubte immer wieder das Wort "Buche" zu verstehen.

Erst spät in der Nacht schlief Egbert ermattet ein; er träumte heftig. In seinem Traum sah er eine wunderschöne Buche und seine Barbara sprang lachend und gesund dahinter hervor. Die Nacht war sehr unruhig für ihn und als es endlich hell wurde, stand sein Entschluss fest. Er würde sich auf den Weg machen, diese Buche zu suchen.

Er spannte den Esel vor den Karren. Vorsichtig wickelte er die fiebernde Barbara in eine Decke und legte sie vorsichtig nieder. Immer wieder sah er das Blühen der Buche vor sich. Die Nachbarn sahen im neugierig nach, manch einer rief ihm zu, wo er denn hin wolle.

Er wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, aber endlich sah er die Umrisse der Buche auf einem Hügel vor sich. Barbara war ohnmächtig. So schnell er konnte fuhr er weiter. Rasch trug er seine Frau zur Buche und setzte sie am mächtigen Stamm nieder. Es raschelte in den Ästen und ehe Egbert sich versah, war Barbara eins mit dem Stamm. Egbert erschrak. In seiner Panik versuchte er seine zu Holz erstarrte Frau vom Stamm zulösen. Es war vergebens. Ohne fremde Hilfe würde er es wohl nicht schaffen.

Hilfe suchend sah Egbert sich um, dann lief er los. Schon bald traf er auf einen jungen Mann, der eine Säge auf der Schulter trug.

"Dich schickt der Himmel, hilf mir meine Frau zu befreien!"

Der junge Mann, der sich als Jörg der Schreiner vorstellte, war gerne bereit Egbert zu helfen. Doch kaum hatte das Sägeblatt den Baumstamm berührt, als sich die Säge in Holz verwandelte und zerbrach.

"Oh mein Gott", rief Jörg der Schreiner und rannte entsetzt davon. Egbert war verzweifelt. Er kniete nieder, faltete andächtig die Hände und schickte ein kurzes Gebet gegen den Himmel.

Jörg der Schreiner wollte die Schmach nicht auf sich sitzen lassen. Er lief zu seinem Freund Willi dem Metzger.

"Hör zu Willi", sagte er, "ich weiß, dass deine Klingen aus dem härtesten Stahl gemacht sind. Folge mir, nimm dein großes Messer mit und stelle keine Fragen!"

Die zwei Männer machten sie sich auf den Weg zur Buche. Willi ließ das Messer durch die Luft sausen, dass es surrte und tief im Baum stecken blieb. Als er es wieder herausziehen wollte, schrie er laut auf. Sein glänzendes Messer hatte sich in einen knorrigen Ast verwandelt. Der fromme Egbert, Jörg der Schreiner und Willi der Metzger sahen ungläubig die Buche an.

"Das geht nicht mit rechten Dingen zu. Jetzt kann nur noch Thomas der Henker helfen", sagte Willi der Metzger.

Eilig machte er sich auf den Weg diesen zu holen. Thomas der Henker war ein Mann weniger Worte, steckte sein Beil in den Gürtel und stapfte hinter Willi her. Groß und kräftig wie er war setzte er zum Hieb an. Aber auch das Beil des Henkers blieb stecken und wurde zu Holz.

Unverrichteter Dinge machten sich die 3 Männer auf den Nachhauseweg, weil sie sich keinen anderen Rat mehr wussten. Sie ließen einen verzweifelten Egbert zurück, der auf die Knie sank und bitterlich weinte. Was sollte er nur tun? Die Tränen sickerten in den Boden und benetzten die Wurzeln der Buche. Andächtig senkte er den Kopf, faltete die Hände und betete flehentlich zu Gott. Dann musste er wohl eingeschlafen sein. Als er die Augen aufschlug stand Barbara vor ihm. Sie lächelte strahlend mit rosigen Wangen.

"Danke, dass du mich zur Buche gebracht hast. Die Kraft der Natur und deine Tränen haben mich wieder gesund gemacht. Leider haben die Menschen verlernt auf Gott, der Bedeutung und der Stärke der Schöpfung zu vertrauen.

Als Barbara und Egbert in ihr Dorf zurückfuhren, kamen ihnen alle Bewohner entgegen. Sie freuten sich Barbara so wohlauf zu sehen. Schnell sprach sich die wundersame Heilung herum.

Fortan pilgerten die Menschen zur Bamberger Buche, wann immer sie von Kummer, Sorgen oder Krankheit heimgesucht wurden. Niemand wagte es mehr ein Eisen in das Holz der Buche zu schlagen.

Noch heute erzählen die Mütter ihren Kindern und die wiederum ihren Kindern von der wundersamen Heilung der Barbara durch die Bamberger Buche.