Krimispiel

Sherlok Holmes

Wie wäre es, einmal gute Freunde einzuladen und ein etwas anderes Spiel zu spielen? Ein Krimispiel etwa?

An einem Samstag – es wurde draußen schon dunkel – trafen sich 8 Personen (die WordArtisten und Freunde), um einen Mörder aus ihrer Mitte heraus zu stellen. (Es müssen genau 8 Personen sein, deshalb ist Zuverlässigkeit der Gäste geboten)

 

Einführung:

Wir schreiben die 20iger Jahre. Der Lebemann Dr. Schäfer befindet sich in einem Zeppelin, etwa 600 m über dem Ionischen Meer. Ein Besatzungsmitglied entdeckt ein großes Loch. Alle Passagiere werden gebeten sich im Speiseraum einzufinden.

Dr. Schäfer fehlt. War es Selbstmord? Ist er über die Brüstung gefallen oder gestürzt und hat dabei das Loch in die Haut des Zeppelin gerissen? Oder war es sogar Mord? Aber nirgends ist Blut...

Seine Kabine ist leer, Glasscherben liegen herum, ein Schemel ist umgefallen und ein Messer wird gefunden.Lupe

Es kommt also doch nur Mord in Frage!

Die Besatzung scheidet aus, es bleiben 8 Personen übrig, die alle ein Motiv hätten.

Die Personen

Carla Wedemeier (31 Jahre alt)

Sie ist die Privatsekretärin der Baronin von Schwarzenfels und stark gehbehindert. Ihr Interesse für Mitzi Marzini ist auffallend, sie wirkt aber nie aufdringlich. Carla ist von der Luftschifffahrt begeistert – man kann sie schon fast als Expertin bezeichnen. Hat sie eine dunkle Seite an sich? Interessiert sie sich etwa für Mordtechniken?

Baronin Adele von Schwarzenfels (47 Jahre alt)

Sie reist viel und lang und ist in der sogenannten "high snobiety" immer anwesend. Sie ist eine Spielerin und kennt jeden Spielsalon und die Pferderennbahnen der Welt. Peu a peu gibt sie das Geld ihrer Ahnen aus. Würden Sie wirklich ausschließen, dass die feine Baronin sich nicht langweilt, um durch eine bizarre Mordtat den Kitzel des Verbrechens auskosten zu wollen?

Edith Stevenhagen (25 Jahre alt)

Flott und modebewusst, Bubikopf und Charlston, das sind ihre Attribute. Als sie mit ihrem Vater an Bord kam, entgleisten Dr. Schäfers Gesichtszüge zu einer undurchdringlichen Maske. Merkwürdig? Er behandelt Edith herablassend, während sie ihn bewundert und anhimmelt. Sie erwähnt gegenüber Dritten seine menschlichen Qualitäten und lobt ihn in den höchsten Tönen. Ist so einem romantischen Mädchen eine grässliche Mordtat zuzutrauen?

Kurt Stevenhagen (52 Jahre alt)

Reicher Industrieller, der seine Tochter sehr liebt. Auffällig ist, dass er Dr. Schäfer schneidet oder mit sarkastischen Bemerkungen brüskiert. Sollte dieser erfolgreiche Geschäftsmann wirklich das Risiko eingegangen sein einen Mord zu begehen?

Mitzi Marzini (28 Jahre alt)

Sie ist eine erfolgreiche Schauspielerin – mittlerweile auf allen Varietebühnen zu Hause - auch bei Ferdinand Rosen, der ein Theater betreibt, ist sie engagiert. Allerdings wurde sie in der Rolle einer Mörderin verrissen, aber man ist ja lernfähig....

Ferdinand Rosen (46 Jahre alt)

Er wird "Röschen" genannt. Ein sehr kreativer, spontaner bisweilen auch hektischer Mann, mit einer frischen und herzlichen Art. Aber wenn er mit Dr. Schäfer plaudert, dann zittern seine Hände, so dass er Mühe hat das Glas ruhig zu halten. Warum?

Josef Pawlicek (25 Jahre alt)

Er ist Kunstmaler, eine Persönlichkeit der Kunstszene. Er ist nett und charmant, immer pleite, aber: ein bisschen angeberisch und labil und vielleicht zu allem fähig...

 

Adolphe Geissler (56 Jahre alt)

Ein Schweizer Hotelier, ein merkwürdiger Mann, verschlossen, schroff und abweisend. Er weiß, was er will und lässt sich nicht von seinem Weg abbringen. Man könnte glatt meinen, dass er im Interesse einer Sache über Leichen gehen würde...

 

Motiv

Jeder der 8 Personen hätte einen Beweggrund um Dr. Schäfer aus dem Weg zu räumen. Durch geschickte Fragestellung und aufmerksames Zuhören bezichtigen sich die Personen untereinander der Mörder zu sein.

Spielleiter

Wenn das Gespräch stockt greift der Spielleiter ein und gibt den Spielern (schriftlich) weitere Anweisungen (insgesamt 3), wobei immer mehr "Motive" der einzelnen Spieler zutage kommen.

Gespräch

Wir haben das Krimispiel im Gespräch geführt, man kann aber auch zum besseren Merken ein Plakat mit den Fakten aufschreiben.

Es gibt insgesamt 3 Andeutungen. Jeder Spieler – bis auf den Mörder natürlich – muss die Wahrheit sagen und die ihm gegebenen Tipps offenbaren. Das Spiel dauert je nach Intensität und Engagement der Spieler zwischen 1 und 1,5 Stunden.

Auflösung

Der Spielleiter bittet die Mitspieler den Straftäter auf einen Zettel zu schreiben. Dann bittet er um eine kurze Zusammenfassung bzw. legt kurz dar, wer alles ein Motiv haben könnte, um Dr. Schäfer zu beseitigen. Vielleicht möchte der eine oder andere Spieler sein Urteil revidieren?

Je nachdem, wie sich die einzelnen Spieler im Gespräch verhalten haben, kristallisiert sich ein Killer heraus – es muss nicht der richtige sein!

Die Auflösung des Falles und die Bekanntgabe des richtigen Mörders beschließen das Spiel.

Fazit

Ihr werdet sicher verstehen, dass ich euch nicht verrate, wer der Mörder in dem Spiel war, denn vielleicht wollt ihr einen kurzweiligen Abend mit Freunden verbringen und auf Mörderjagd gehen. Das Spiel ist aus den 80iger Jahren. Sollte es nicht mehr hergestellt werden, mailt mich an, ich helfe euch gerne weiter.

Viel Spaß!

 

(Grundidee entnommen aus Schmidt Spiele, Krimiparty, Nachtflug in den Tod)