Das vierte Autorentreffen 2007 in Nürnberg


Bilder vom Event sind auf: www.autorentreffen.de.vu









Matthias Schäfer:


Waren Sie schon mal auf einem Autorentreffen? Nein? Dann haben Sie etwas verpasst.

 

(Aber was? Bereits nach diesen wenigen Worten hatte der unglückliche Autor seine erste Schreibblockade und wir sehen ihn eine halbe Stunde lang Fingernägel kauend vor den ersten beiden Zeilen sitzen, ohne dass sich eine dritte einstellen will. Darum wird er Ihnen jetzt auch nicht erzählen, was genau Sie verpasst haben, sondern wird übergangslos zu seinem eigentlichen Thema springen: Der Beschreibung der Charaktere, die Sie seiner Meinung nach auf einem Schreibseminar antreffen werden.)

 

Auf so einer Veranstaltung haben Sie nämlich die seltene Gelegenheit, scheue Exemplare einer ganz besonderen Unterart der Gattung Mensch quasi in freier Wildbahn beobachten zu können: den Homo sapiens scribens, den schreibenden Menschen – oder besser gesagt, den schreibenwollenden Menschen.

Im täglichen Leben werden Sie ihm (oder ihr) wohl nie begegnen oder ihn zumindest nicht erkennen, denn seine Tarnung ist perfekt. Er versteckt sich hinter einer sorgfältig konstruierten Fassade etwa als Systemanalytikerin, Arzt oder Hausfrau. Aber wehe, wenn er losgelassen! Auf einem Autorentreffen wird er alle seine Hüllen fallen lassen und wie ein Schmetterling aus seinem Kokon schlüpfen und im bunten Farbenspiel seiner Flügel - pardon - seiner Worte seine Mitgeschöpfe zu erfreuen suchen. Im günstigsten Fall entpuppt sich der Schmetterling dabei nur als blasser Nachtfalter, im ungünstigsten sehen Sie sich einer ausgewachsenen Gefahr des Zuhören- und -lesenmüssens gegenüber, die Sie in eine ausgewachsene Psychose treiben kann und der Sie sich nur durch schleunigste Flucht entziehen können. Davor möchte ich Sie warnen und ihnen helfen, diese unerfreuliche Situation rechtzeitig erkennen und vermeiden zu können.

Im Wesentlichen lassen sich drei verschiedene Typen von Autoren klassifizieren, über deren genaue biologische Einordnung in Art und Unterart noch gestritten wird. Zwei davon sind ausschließlich von weiblichen Mitgliedern bekannt, die dritte und kleinste dagegen nur von männlichen.

Zunächst hätten wir da, um im Reich der Insekten zu bleiben (Ich kann Kafka übrigens nicht leiden!), die jungen Motten, die den ebenso jungen Starautor umschwirren wie ein helles Licht. So ein hübscher, im Idealfall unverheirateter und nicht homosexueller Autor, der schon mindestens drei historische Romane mit deftigen Liebesszenen geschrieben haben muss, ist übrigens ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Autorentreffens, ohne den Sie keine der drei Gruppen ködern können.

Diese jungen weiblichen Motten – oft von mäßiger Schönheit  – schwirren jedenfalls unentwegt um ihr Idol herum, das mit immer gleich bleibend gelassener Ruhe alle ihre Fragen beantwortet und sich dabei den Neid aller anderen zuzieht, vor allem den der dritten Gruppe, auf die ich am Ende noch zu sprechen komme. Diese Motten wissen dabei durchaus, was sich gehört. Keine trägt ein tief ausgeschnittenes Top, sondern immer etwas hochgeschlossenes Schwarzes, schließlich wollen sie ihren verehrten Helden mit ihren literarischen Ergüssen beeindrucken, nicht mit ihrer Oberweite. Falls das aber dann doch nicht klappt, tragen sie drunter sicherheitshalber noch einen gewaltigen Wonderbra. Man weiß ja nie.

Die zweite Gruppe, ebenfalls ausschließlich weiblich, stellt bei weitem die zahlreichsten Vertreter. Obwohl auf den ersten Blick von großer optischer Heterogenität (Sie hätten nie gedacht, dass es so viele verschiedene bunte Blumenmuster auf Blusen gibt), lassen sich doch recht schnell einige phänotypische Eigenschaften ausmachen, die die eindeutige Zuordnung zu dieser Gruppe ermöglichen.

Da wäre zum Beispiel die Brille. Neunzig Prozent der Mitglieder dieser Gruppe tragen eine Sehhilfe, aber wenn Sie bisher dachten, eine solche bestehe im Wesentlichen aus zwei runden Gläsern mit Gestell, dann sind Sie schief gewickelt. Ihnen werden drei- und viereckige Brillen begegnen, schräge und grade, mit und ohne Fassungen, und die Farbe des Gestells garantiert in schreiendem Gegensatz zu der der Haar oder der Lippen (die übrigens genauso weit variieren kann wie die der Blusen). Meine Lieblingsform ist dabei die halbmondförmige Brille, die konsequenterweise ganz vorne auf der Nasenspitze getragen wird, damit man oder besser frau gar nicht erst in die Verlegenheit kommt, hindurchschauen zu müssen. Um der sich dadurch ergebenden Absturzgefahr zu begegnen, ist das Gestell sicherheitshalber meist an einer schwarzen Kordel befestigt, die um den Nacken geschlungen wird.

Die Gesprächsthemen dieser zweiten Gruppe sind viel weiter gespannt als die der ersten, wo wir Fragen an den Autor wie „Darf ich Dir mal meine letzten Gedichte zumailen?“ eigentlich immer mit „Willst du Sex mit mir?“ übersetzen dürfen. Nein, da hebt sich die zweite Gruppe wohltuend ab. Wir hören lange Monologe (selten auch Dialoge) über Globuli, die neueste Eiweißdiät und Spontanheilungen (von was auch immer).

Und Normseiten. Sie können sich nicht vorstellen, wie lange Vertreter dieser Gruppe sich über die Schwierigkeiten, eine Normseite erstellen zu müssen, unterhalten können. Dabei sollten sie sich lieber mal über Normgewicht unterhalten – das wäre dringender. Also ehrlich.

 „Und die dritte Gruppe?“, werden Sie fragen. Die dritte Gruppe ist in der Tat die seltenste und interessanteste der drei. Zunächst ist davon meistens nur ein Exemplar, allerhöchstens zwei oder drei auf einem Seminar anwesend und ist dazu noch männlichen Geschlechts. Nicht jeder Mann, den Sie vorfinden werden, gehört übrigens zu dieser Gruppe. Die meisten sind nur irrtümlich dort (denn schließlich geht es nicht um Fußball) und werden sich, nachdem man ihnen höflich erklärt hat, es gebe weder einen Ball noch einen Schiedsrichter bei dieser Veranstaltung, ohne weiteres zurückziehen. Oder Sie erkennen diese Blender daran, dass etwa auf die Frage eines Mitgliedes der Gruppe Zwei an ein vermeintliches Gruppe-Drei-Mitglied, was er denn so schreibe, die Antwort kommt: „Jar nüscht, ick schließ’ hier nur de Türen off und zu.“

Haben Sie aber mal ein echtes Mitglied dieser Gruppe gefunden, nehmen Sie sich in Acht! Es ist die bei weitem schlimmste Gruppe. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Kluft zwischen Schreiben und Schreibenwollen am Weitesten ausgeprägt ist. Das wird häufig durch einen hektischen Aktionismus und Intellektualismus kompensiert. Wahrscheinlich nehmen die Mitglieder dieser Gruppe ihre Laptops sogar mit aufs Klo, in der Hoffnung, dass der Akku lange genug hält, bis ihnen wenigstens hier etwas eingefallen ist (oder reingefallen).

Mir liegen vertrauenswürdige Berichte vor, dass auch beim letztwöchigen Seminar in X. wieder ein Vertreter dieser Gruppe im Publikum saß, dabei fleißig an einer Geschichte schreibend, die er für eine gelungene Satire hält und in Ermangelung eines guten Titels einfach „Text Nummer Eins“ nannte.

Seien Sie auf der Hut! Womöglich wird er sogar noch auf die Schnapsidee kommen, diesen Sermon irgendwie veröffentlichen zu wollen.

Das muss unter allen Umständen verhindert werden.




Sandra Keller:

Hallo Zusammen,

ich wurde gebeten, etwas über das Autorentreffen vom 17. Mai zu berichten.
Es war toll und empfehlenswert, meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt (das war jetzt die Kurzfassung, sozusagen das Exposee )

Die Leiterin Ursula Schmid-Spreer hat sich rührend um jeden Einzelnen und alles gekümmert. Von der ersten Minute an habe ich mich sehr willkommen gefühlt und ich denke den anderen Teilnehmern erging es nicht anders. Wir wurden ständig umsorgt und fanden immer ein offenes und freundliches Ohr (ich weiß ein Ohr kann nicht freundlich sein, aber ich hoffe Ihr wisst was ich meine ).
Zu meinem Glück traf ich zu Beginn gleich Elisah und fand in ihr eine sehr nette Mitteilnehmerin. Zwischen den Vorträgen und beim Essen fand man viele Gelegenheiten auch mit anderen Autoren ins Gespräch zu kommen, das war für einen Anfänger wie mich natürlich spannend und lehrreich.

Die Vorträge selbst waren interessant, viele neue Dinge wurden angesprochen aber natürlich auch alt bekanntes. Den Anfang machte Titus Müller mit „Historische Romane schreiben“. Ich kann eigentlich nur sagen, ich hätte ihm noch länger zuhören können. Er berichtete was in einem historischen Roman stimmen muss, was nicht. Amüsant und interessant waren auch die Leserbriefe die er zeigte, in denen Leser ihn auf Fehler in seinen Romanen, bezüglich historischen Gegebenheiten, aufmerksam machten.

Danach ging es zum Mittagessen, hier hatte man leider nur bedingt Möglichkeiten mit anderen ins Gespräch zu kommen, weil es durch die Räumlichkeit sehr laut war.

Nach dem Essen ging es weiter mit der Literaturagentur Waltraud Grill. Sie berichtete aus der Sicht einer Literaturagentin von Kinderbüchern. Erzählte etwas über ihre Aufgaben, Möglichkeiten, wie eine richtige Bewerbung aussieht, wie man es nicht machen sollte, usw.
Auch hier: man lernt nie aus!

Danach kam unser Marc Albrecht zu Wort und zeigte sehr anschaulich wie man ein Exposee und einen Plot erstellen kann, was man falsch machen kann und wie ein Exposee aussehen sollte. Anhand der Beispiele war es einfacher zu erkennen, an welchen Richtlinien sich jeder Autor halten kann. Leider (so empfand ich es) kam das Plotten etwas zu kurz, ich hätte mir hier etwas mehr Zeit gewünscht. Aber hungrige Mägen kündigten das Abendessen an.

In dem Irish Pub war es urig und gemütlich und das Essen war auch hier gut und lecker.

Nach dem Essen stellten noch ein paar Autoren ihren Text vor und bekamen Kritik dazu.

Ausgeklungen ist der Tag in kleiner Runde, dabei konnte ich im Gespräch Marc und Ulrike kennen lernen und war somit in einer sehr netten Runde mit noch ein paar anderen Autoren(und kann nur sagen, Marc ist überhaupt nicht so schlimm wie er hier immer geglaubt wird, er ist eigentlich recht umgänglich und wirklich nett - ich hatte zwar zuerst etwas Bammel ihn anzusprechen aber zusammen mit Elisah waren wir mutig und unsere Köpfe sind noch dran! Genauso Ulrike, wobei vor ihr hatte ich ja keinen Bammel )

Also es war ein rundum gelungener Tag, hat sich gelohnt die weite Strecke zu fahren (man muss sagen, es kam sogar jemand aus Schottland und viele aus Österreich) und ich wäre gerne beim nächsten Treffen wieder dabei. Vielleicht sind dann ja noch mehr aus diesem Forum mit dabei, wäre toll.

Grüße Sandra Keller







Das dritte Autorentreffen 2006 in Nürnberg







Erfahrungsbericht
von Danja Antosch

Nürnberg! - Hach, ich darf tatsächlich nach Nürnberg fahren und andere Autoren treffen. Die Kinder zur Oma, den Mann zur Dienstreise nach Spanien verfrachtet und ich sitze im Flieger von Hamburg nach Nürnberg. Und die Sonne scheint! So beginnt mein Tag und er verspricht viel.

Es ist der Vortag des Treffens, der mit einer Lesung der drei Referenten beginnt. Natürlich habe ich mich gut vorbereitet, habe mir schon zu Hause die Romane der drei zu Gemüte geführt und trete voller aufgeregter Erwartungen in die kleine Antiquariatsbuchhandlung ein, in der schon einige Zuhörer gespannt sitzen.

Es ist eine schöne Lesung, die Stimmung locker, die Gastgeber aufmerksam und die Leser phantastisch. Der Hauspapagei wirft auch schon mal die eine oder andere Bemerkung (in Form eines Buzzer-Tons!) aus dem Hintergrund dazu und sorgt zusätzlich für Stimmung. Eine recht heimelige Atmosphäre. Zwar musste Michael Borlik kurzfristig absagen, doch Marc Albrecht vervollständigt das Team auf seine sehr sympathische Art.

Im Anschluss lädt Ursula Schmid-Spreer, die Leiterin des Seminars, alle Teilnehmer noch auf 'ein Gläschen' ein, das gerne angenommen wird. Sie führt uns durch das nächtliche Nürnberg, erfreut uns unterwegs mit kleinen Anekdoten aus der Geschichte der Stadt. In einem gemütlichen Café haben wir Gelegenheit, uns gegenseitig und die Referenten ein bisschen besser kennenzulernen. Das ist toll, denn hier beginnt sicher die eine oder andere Autorenfreundschaft. Für den ersten Abend schon mal ein sehr gelungener Anfang.
Am nächsten Morgen beginnt dann das eigentliche Seminar um halb zehn. Ein Namensschildchen an die Bluse gepinnt, ein paar neue Bekannte begrüßt, ein Glas Wasser gesichert und dann hinein ins Vergnügen. Ein großer Büchertisch lädt zum Stöbern ein, jeder durfte hier sein eigenes Material ausstellen. Aber dafür ist in den Pausen noch Zeit, jetzt beginnt erstmal Gisa Klönne mit ihrem Referat über "Spannung im Krimi".

Sie referiert frei und locker, bezieht das Publikum mit ein. Sie gibt viele Tipps und Anregungen, die einem die Fingern kribbeln lassen - ich möchte am liebsten gleich anfangen, meinen ersten Krimi zu schreiben.

Nach der ganzen Suspense haben wir uns ein deftiges Mittagessen verdient. Im Marientorzwinger ist genug Platz für die fast achtzig teilnehmenden Autoren. Ursula betätigt sich als Marktschreierin, denn bei dem Lärm ist es nicht ganz einfach, jedem sein schon vorab bestelltes Essen zuzuteilen. Sie meistert das bravourös und es dauert auch gar nicht lang, da fühlt sich jeder gestärkt für die zweite Runde.

Titus Müller philosophiert über den Autorenalltag, der uns allen doch sehr bekannt vorkommt. Manch eine Idee, während des Abwaschens an seinen Figuren zu feilen oder sich an ackernden Studenten die Inspiration abzugucken, kommt vielleicht einigen neu vor, doch sie klingt plausibel. Titus erzählt frei von der Seele - man merkt, dass ihm das liegt und es macht einfach nur Spaß, ihm zuzuhören. Er räumt mit alten Klischees auf und zitiert Bestsellerautoren, die sich ebenfalls über faule Musen und träge Inspirationen beklagen. Das macht Mut!

Er erklärt aber auch, dass ein Autor seine Arbeit unbedingt lieben muss - und zwar nicht nur den Teil, wenn der eigene Schutzumschlag zum ersten mal in den Regalen der Buchhandlungen glänzt. Denn diese Freude ist zwar gigantisch, aber leider hält sie nicht so lange an, wie man es möglicherweise vermuten möchte.

Nach einer weiteren Pause hat Marc Albrecht die undankbare Aufgabe, als letzter Referent aufzutreten und den Zuhörern über den nachmittäglichen toten Punkt hinwegzuhelfen. Er meistert das jedoch, wie ich finde, mit Humor und viel Fachwissen sehr gut. Sein Thema Kinder- und Jugendbuch bietet dem interessierten Zuhörer einiges an neuen Infos, die sehr hilfreich sein können, wenn man sich in diesem Bereich etablieren möchte.

Als weiterer Gast tritt dann noch Sandra Uschtrin in den Ring und stellt sich den Fragen aus dem Bereich Verlagswissen.
Am Klavier präsentiert als kleine 'Überraschung' Anton Sperling drei mehr oder weniger bekannte Stücke und liest dazu noch einen seiner Texte vor, über den es - will ich mal vermuten - eher unterschiedliche Meinung gibt.

Vor dem Abendessen erfreut uns Nora Günther mit dem ersten Kapitel aus ihrem historischen Roman, bei dem selbst Titus Müller nur kleine Anmerkungen zu machen hat.

Danach gibt's erstmal noch eine Stärkung, die ähnlich dem Mittagessen organisiert und problemlos abläuft. Das Essen war übrigens durchweg ausgezeichnet!

Anschließend finden sich alle noch zu einer Teilnehmerlesung ein, in der mangels Zeitdruck leider immer nur Ausschnitte eigener Texte vorgetragen und anschließend von Marc Albrecht kommentiert werden. Für die vortragenden Autoren dennoch ein wichtiger Schritt, fürs Publikum ein breites Spektrum an verschiedenen Erzählungen und Kurzgeschichten. Sehr ergiebig.

Alles in Allem eine äußerst gelungene Veranstaltung, die ich im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder besuchen werde.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mehr bringt, sich als Autor unter Autoren zu bewegen, als ich angenommen hatte. Soviel Energie, wie ich im Augenblick für meine Arbeit aufbringe, hatte ich schon lange nicht mehr.

Vielen Dank an dieser Stelle an Ursula Schmid-Spreer, Sandra Uschtrin, Gisa Klönne, Titus Müller, Marc Albrecht, allen netten Autorinnen und Autoren, die ich bei diesem Seminar kennen lernen durfte und nicht zuletzt auch einen Dank an Ursulas Mann, der sowohl in Organisation als auch in Unterhaltung tatkräftig mitgeholfen hat - und das als einziger Nichtautor.

Danja Antosch lebt in Schleswig-Holstein, ist Mutter zweier Kinder und schreibt Kurzgeschichten und Romane.

Bericht
von Ulrike Stegemann
www.elfenschrift.de


Am 25. Mai 2006 fand zum dritten Mal das Autorentreffen in Nürnberg statt.

Aber was tut man eigentlich auf so einem Autorentreffen? - Das wird sich vielleicht der ein oder andere fragen. - Bei Kaffee und Kuchen zusammen sitzen und über Bücher und Projekte plaudern? Nicht ganz. Vielmehr soll das Autorentreffen informativ sein, dem Austausch dienen und dabei helfen, den eigenen Stil zu verbessern.

Organisatorin Ursula Schmid-Spreer empfing die TeilnehmerInnen am Morgen des 25. Mai im Bildungszentrum der Stadt Nürnberg mit ihrer freundlich-fröhlichen Art. So war es leicht, sich schnell wohl zu fühlen.

Nach einer kurzen Begrüßung startete Gisa Klönne auch schon mit dem ersten Seminar "Wie kommt die Spannung in den Krimi?". Sehr lebhaft vermittelte die Referentin die Grundregeln von Hauptfiguren und ihren Motiven, Widerständen und Konflikten. Dabei legte sie den TeilnehmerInnen auch den Ablauf eines Romans ans Herz, der nicht nur einem Krimi, sondern auch allen anderen Geschichten zugrunde liegt.

Im zweiten Seminar-Teil berichtete Titus Müller über das "Leben als Autor". Es ging um die kleinen Problemteufelchen, mit denen wohl jeder Schreiberling dann und wann zu kämpfen hat. Von der Trägheit und den Selbstzweifeln und den vielen anderen wichtigen Arbeiten, die einen Autor ständig vom Schreiben abhalten. Titus Müller erzählte von seiner eigenen Arbeitsweise und bot den TeilnehmerInnen außerdem so einige Lösungsvorschläge im Kampf mit der Muse.

Marc Albrecht stellte sich im dritten Seminar-Teil der Behauptung "Kinderbücher kann ja wohl jeder schreiben!". Warum das aber gerade nicht so ist, erklärte er anhand von diversen Beispielen. Mit Humor und viel Fachwissen machte er deutlich, wie ein gutes Kinderbuch sein sollte. Auch vermittelte er einen Einblick in die Verlags- und Buchwelt und die Zusammenarbeit mit Literaturagenturen.

Natürlich hatten die TeilnehmerInnen über die gesamte Veranstaltungsdauer die Möglichkeit, die Referenten mit Fragen zu löchern. Auch Verlegerin Sandra Uschtrin - die nach Abschluss der drei Seminare das Wort ergriff - stellte sich bereitwillig diesen Fragen.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. So bleibt nur zu sagen, dass es sich bei dem Autorentreffen um einen rundherum gelungen, literarischen und sehr informativen Tag im Kreise vieler Gleichgesinnter handelt.

Das 4. Autorentreffen wird 2007 wieder in Nürnberg stattfinden! Der historische Roman wird unter anderem eines der Themen sein. Im Newsletter "The Tempest" von www.autorenforum.de wird es hierzu sicher rechtzeitig einen entsprechenden Hinweis geben. 

(Ulrike Stegemann gibt eine Literaturzeitschrift namens "Elfenschrift" heraus. Reinschauen lohnt sich!)
www.elfenschrift.de